Sterben ist Leben (Der Skorpion)


Wir alle sind hier, um als Seele zu wachsen. Die Seele möchte lernen und frei werden... Der Skorpion (23.10. bis 23.11.) ist ein Archetyp, der in jedem von uns lebt. Entsprechend unserer Anlage (Geburtshoroskop) und unserem Bewusstsein unterschiedlich ausgeprägt und entwickelt. Jeder trägt den gesamten Tierkreis in sich – wir sind nicht nur unser Sternzeichen. Der nachfolgende Text von mir stammt aus dem Jahre 2010. Damals stand ich am Beginn einer großen Umbruchphase in meinem Leben, ohne dass es mir bewusst war. Ich lebe noch, und nichts ist mehr wie es war. Noch immer ist dieser Text aktuell. Er beschreibt den Prozess, den wir alle regelmäßig durchleben: Das Stirb und Werde – sofern wir uns auf das Leben und auf einen anderen Menschen ganz einlassen. Wer in dieser Zeit seine wahre Kraft und Stärke erwecken möchte, muss durch den Schmerz hindurchgehen, um frei zu werden… Die Ägypter nannten das "Die Dunkle Nacht der Seele". Der Zeitpunkt ist erreicht, wo das Verdrängen und Unterdrücken nicht mehr funktioniert. Wo Vieles nicht mehr funktioniert, was immer funktionierte – wir sehen es überall. Lasse dich mitnehmen auf die Reise deiner Seele in dieser besonderen Zeit. Sie führt dich immer dorthin, wo Wandel und Erneuerung für dich anstehen... Wo deine tiefste Angt auf dich wartet, um die Illusionen zu erkennen und in die Liebe zurück zu finden. Lasse dich berühren von deiner Seele – und von der Seele anderer... 💗



* Sterben ist Leben *

Geheimnisse wollen gehütet sein – von denen, die sie teilen… Der Skorpion hält sich gerne bedeckt. Die Geheimnisse der anderen möchte er jedoch ergründen…

Nichts interessiert den Skorpion weniger als Oberfläche und Mittelmaß. Unwiderstehlich zieht es ihn zu allem Verborgenen, Verbotenen, Verdrängten. Zu den Tabus, die eine Gesellschaft hervorgebracht hat. Bis in die tiefsten Tiefen möchte er vordringen. Eindringen. Der Skorpion penetriert. Mit seinem Blick. Mit seinem Geist. Mit seiner Seelenkraft. Er will sehen! Und er sieht. Deckt auf, spricht unerschrocken unangenehme Wahrheiten aus. So ist er gefürchtet. Auch wegen seines giftigen Stachels, mit dem er sich unter Umständen selbst tötet… Gift kann heilen oder töten. Welchen Weg wird er wählen? Er hat die Macht. Auch weil er die Ohnmacht kennt. 

Was macht er nun mit seiner Macht – wird er heilen oder töten?

Der Skorpion will mehr als Schönheit, Sinnlichkeit und Harmonie. Auch er muss sich binden, doch lieber tief und exzessiv. Extrem und intensiv. Zuweilen auch obsessiv. Hoch emotional und tief verwundbar ist er. So nähert er sich dem Objekt seiner Begierde auf seine Art: Abwartend, beobachtend, selbstkontrolliert, misstrauisch. Niemand soll sie sehen – seine Leidenschaft, seine Angst vor Ablehnung, Verlust und Verrat. Seine Verwundungen. Der Skorpion weiß, wie er die Welt um sich herum manipulieren kann. Und die Versuchung ist groß, dieses Wissen zu missbrauchen – um sein Ego zu befriedigen, um sich zu schützen. Er braucht die Macht. Vor allem die Macht über sich selbst – die Eigenmacht. Eine seiner größten Herausforderungen…

Die Energie ist hier sehr dicht und intensiv: Die Seelenkraft. Unsere Magnetkraft, mit der wir alles anziehen, was unserer inneren Realität entspricht. Was wir brauchen, um zu wachsen und uns zu erneuern. Um es schließlich zu verabschieden und loszulassen. Verwandelt – nie mehr werden wir sein, wer wir waren…

Der Skorpion ist in der Welt des Wassers zu hause. Im tiefen, abgründigen, stehenden Gewässer. Auch im Wasser, das einen Sog nach unten hat: Gebannt erblickt der Skorpion den Strudel, diesen faszinierenden Sog in die Tiefe... Das Verlangen ist groß, sich hinein zu begeben. Nur in der anderen Welt, im Universum nebenan, findet er, was ihm fehlt – weiß er. Wohin mag der Sog führen? Sog-Kraft macht Lust und Angst zugleich. Ein Anziehungs- und Abstoßungskonflikt, in dem sich der Skorpion unentwegt befindet. Zwei Seelen wohnen ach! in seiner Brust… Hoffentlich kann er wählen, hat er Eigenmacht. Denn der Umgang mit den Mächten der Dunkelheit will gelernt sein. Es gibt Türen, die man besser verschlossen hält… Doch vertrauen wir dem Skorpion – niemand bewegt sich gekonnter auf Grenzen als er. Das Spiel mit dem Feuer, Gratwanderungen, Grenzgänge sind sein Metier. Entfachen seine Leidenschaft – und geben ihm ein Gefühl für seine Macht.

Natürlich begibt er sich hinein in den Strudel. Ruckartig wird er erfasst und in die Tiefe gezogen. Tiefer und tiefer. Es wird dunkler und dunkler. Kälter und kälter. Brrrrrrrr …..…………. Es fühlt sich an wie der Tod. Noch tiefer, bis zum tiefsten Grund wird er gezogen …………..... und durchleuchtet hier schließlich mit seinem Röntgenblick alles, was er sieht: Erschütternd. Grausam. Schockierend. Es tut weh – das schmerzhafte Auffinden von Wahrheit. Noch tiefer geht er hinein in diesen Schmerz. Ohnmacht überkommt ihn. Etwas in ihm stirbt ……………...... Doch leise, ganz leise wird in diesem Ersterben auch etwas geboren ……… ………………… Er beginnt zu sehen. Das WARUM zu verstehen. Den göttlichen Willen zu erkennen – seine Seele. Bewusst will und kann er ihren Impulsen nun folgen. Weil sie um seinen Weg weiß, ihn ohnehin führen wird. Wille und Hingabe verbinden sich. Schließlich taucht er auf aus der Tiefe. Verwandelt – nie mehr wird er sein wer er war.

Sanft, still und subtil geht die Seele grundsätzlich vor, um mit ihren Kräften Transformation zu bewirken. Über die Intuition, über tiefe Gefühle, über das Herz, über Sehnsüchte und Träume, auch über den Körper spricht sie zu uns. Stellen wir uns gegen ihre Impulse, wird es zu Erschütterungen kommen – das Leben zwingt uns in die Knie, auf den rechten Weg. < Was wir nicht bewusst berühren, wird uns als Schicksal zuteil >, wusste schon C. G. Jung. So tun wir gut daran, unserer Seele auf den Grund zu gehen. Ihren Impulsen nachzuspüren. Hin und wieder freiwillig hinab zu tauchen. Der Weg der Entwicklung führt immer ins Unbekannte, in die Tiefe, in die Dunkelheit…

Denn hier finden wir unsere Schätze und unser Gold: Unsere Essenz, unsere Ursprungsenergie. Nicht zuletzt auch unseren geistigen Willen, den es zu entfalten gilt, um wahre Eigenmacht zu erlangen. Um frei zu werden. Und verantwortungsbewusst und liebevoll mit unserer Macht umzugehen. 
                                                                                                                                                               
© Katharina Aurora Friedrichs



Wo die Liebe hinfällt
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