Wie frei kann ich sein? (Zum Wassermann-Zeitalter)

Der Wassermann (20.01. bis 20.02.)

Eine Frage, die es sich zu stellen lohnt. Schauen wir uns an, wie wir leben. Und wie wir leben wollen. Dazwischen liegt die Unfreiheit. Und die Angst… Das Leben und meine Erfahrung haben mich gelehrt, dass wir erst dann wahrlich frei sind, wenn wir Herr unserer selbst geworden sind: Wenn wir Eigenmacht erlangt haben – unseren Gedanken, Gefühlen und sonstigen Impulsen, Trieben, Süchten und Begierden nicht mehr ausgeliefert sind. Uns nicht mehr mit ihnen identifizieren und andere damit quälen müssen. Vielmehr wählen können – was wir denken, was wir fühlen, auf wen und was wir uns einlassen wollen… Nicht mehr reagierend. Nicht mehr manipulierend. Nicht mehr der Masse hinterher trottend. Nicht mehr dem Verstand/ der Angst hörig. Oder rebellierend... Frei. Innerlich frei – nach der eigenen Herzensmelodie tanzend! *

* Wie frei kann ich sein? *

Zuletzt gingen wir von einem aus: Der Steinbock will nie mehr heraus – aus dem Meere, der Welt der Gefühle, die ihn befreit hat, von all seiner Kühle. So treibt er noch immer in dieser wässrigen Welt – ohne zu denken an die Arbeit und das Geld. Fast freudig lernt er das Schwimmen... Diesmal ohne sich zu trimmen. Wir ahnen es, es ist so weit, die zweite Lebenshälfte ist erreicht: Für den Steinbock wird´sleichter, ja, fast heiter. Zudem bekommt er nun einen außergewöhnlichen Begleiter...

Doch eines noch: Wer denkt, der Steinbock sei zu kurz gekommen, seine Würde im letzten Schrieb ihm sei genommen, der hat nicht erkannt, dass zum Erwachsensein gehört so allerhand. Betrachte dein Empfinden als Beweis des eigenen Steinbock-Seins: Verurteilen ist leichter als sein all-eins. Und was wir hier persönlich nehmen – welch´ Chance, genauer hin zu sehen!

Da kommt er auch schon, schwimmt in großen Bahnen heran, natürlich ist ́s der Wassermann. Eigentlich nicht im Element des Wassers zu Haus, doch auch in anderen Welten geht gerne er aus. Will erfahren das Neue, das Andere, Utopia – sofern ihm dies nicht kommt zu nah. Der Wassermann bevorzugt die Distanz, schenkt sie ihm doch seine scharf beobachtende Prägnanz. Sein Element ist das der leichten Luft: Die Welt des Geistes, der Gedanken, der Flüchtigkeit – von jeglicher Schwere total befreit. Befreit ist er auch von der Diktatur des „Man“, vom Beurteilen und Bewerten der Anderen. Auch das Definieren mag er nicht – wer weiß, wie ́s morgen auszulegen ist... Unabhängig, frei und liberal, will stets er haben die freie Wahl.

So schwimmen Wassermann und Steinbock dann gemeinsam eine Weile... bis schließlich sie gehen an Land. Ganz brüderlich, Hand in Hand. Auf eingetretenen Pfaden marschieren sie nun in Richtung Stadt – was der Wassermann recht schnell hat satt. So läuft er doch plötzlich im Zicke-Zack... huch, nimmt den Steinbock sogar Huckepack. „Ich will nicht auf den üblichen Wegen gehen! Wie langweilig es doch ist, immer nur dasselbe zu sehen. Wir, mein Freund, wählen nun einen anderen Weg – dies ist, ich weiß, mein Privileg. Und gerne nehme ich dich mit, sofern du kannst auch halten Schritt. Sollst mal sehen, was nun so alles wird geschehen... Bist du bereit, lieber Freund? Denn es wird Zeit, dich zu befreien... – von all den Quälereien.“

<Ein bisschen verrückt ist der Wassermann ja schon>, denkt der Steinbock, in alter Tradition. Doch aufgewühlt von all dem Wasser, von seinem Schwimmen, hofft er, mit dem Wassermann noch weitere Höhen zu erklimmen. Will sich einfach mal hinein begeben... – vielleicht gibt es ja noch mehr im Leben...!?

Und plötzlich hebt der Wassermann dann ab... Den Steinbock noch immer im Huckepack. Genüsslich fliegen die Beiden nun durch die Lüfte... inhalieren entspannt diese himmlischen Düfte... fliegen hoch hinauf ins Himmelsreich – ganz dem Gott Uranus gleich. Nachdem sie eine Weile so sind geflogen, überkommt sie die Freude, in großen Wogen. Gepaart mit dieser wunderbaren Leichtigkeit, die den Geist für Höheres nun macht bereit. Bald schon brauchen sie auch ein Päuschen und suchen geschwind sich ein Himmelshäuschen. Nehmen auf einer pudrigen, nach Erdbeeren duftenden Wolke Platz. Prompt gesellt zu ihnen sich noch ein goldener Spatz. Der piepst und sieht so glücklich aus – so nehmen gerne sie ihn auf. Und weit ab der Herde beobachten die Drei dann das Getümmel auf der Erde. Des Wassermann ́s liebste Position – wenn für andere auch die pure Isolation. Ihm jedoch schenkt sie seinen objektiven, klaren Blick – den er auch zu nutzen weiß, voller Geschick.

Nun fängt der Wassermann zu erzählen an – ein echter Freigeist, dieser Mann. Nie hat ihn berührt, was ein anderer so im Schilde führt. Fest verankert in seinem Selbst, unabhängig von Ruhm und Glanz, wirkt er tatsächlich ganz. „Wie frei sind sie wirklich, die Menschen? Schaut sie euch nur an... – einer sieht aus wie der andere Mann. Ob gefärbt, gelockt, bebrillt – letztlich sind fast alle gedrillt. Ach, so individuell wollen sie alle sein, das meiste jedoch nur ist Schein... und ein jeder für sich so allein. Die große Brille soll intelligent sie machen. Verführen uns das künstliche Lachen. Label und Titel sie aus der Mitte heben – wahrlich, dies sind Probleme im Leben... Doch von ihrem wahren Kern die meisten sind so fern. Ihre Masken sind´ s, mit denen sie sich identifizieren – doch so sie den Kontakt zu sich verlieren. Zeigt mir einen, der es wagt, wirklich eigen zu denken. Und danach auch sein Leben zu lenken. Der es riskiert, auch nicht dazu zu gehören. Nicht aus Rebellion – nein, aus innerer Freiheit und Intuition. Der es versteht, seinen Lebenszweck für sich zu definieren und diesen auch mit sozialen Bedürfnissen zu kombinieren. In Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit – ohne abhängig zu sein von der Zweisamkeit. Die unkonventionelle Lebensführung ist ́ s, die mich fasziniert – zu leben originell und ungeniert. Nur der ist frei, der unabhängig von der Gunst der Anderen steht, den Weg der Individuation auch mutig geht. Wohl wissend, dass dies der schwerste Weg im Leben ist: Denn auf diesem Vertrautes ist aufzugeben – das größte Risiko für den Menschen im Leben. Doch ist er bei seinem wahren Selbst erst angekommen... – nichts kann ihm werden mehr genommen. So nennt die Herde mich gerne verrückt, statt zu sein von mir entzückt. Nur Angst hat sie, braucht allzu sehr die Sicherheit, die zu geben ihr scheint die Vergangenheit. Das Hier und Jetzt jedoch ist das einzige, was zählt! Alles andere uns nur quält. Zum Adler geboren, doch leben sie wie ein Huhn – was meint ihr, Freunde, können wir dagegen etwas tun? Nichts genutzt jedenfalls hat meine Rebellion... – ja, brauchen wir gar die Revolution?“

Der Steinbock fängt an nachzudenken... – diesmal ohne sein Gesicht zu verrenken. <Wie belebend der Wassermann doch ist und so erweckend – für die Masse vermutlich erschreckend. Mit Abstand tatsächlich es ist schwer zu verstehen, warum die Herde bevorzugt, aus eingeengter Sicht zu sehen. Und nicht nur die Gedanken sind ja frei...> – im Kopfe des Steinbocks geht um nun so Allerlei... Ganz aufgewühlt möcht fortan er über den Dingen schweben... sich befreien von Vielem in seinem Leben. Dass er sich in seinem Denken und Tun so betrachten kann, ist neu und verdankt er dem Wassermann...

Doch plötzlich wird ́ s windig... – wer kommt denn da herangerauscht? Der Gott Uranus ist ́ s, das Haar vom Winde ganz zerzaust. „Willkommen in meinem Reiche, ihr Drei – na, wie fühlt ihr euch, vogelfrei? So soll es sein, denn hier seid ihr in anderen Ebenen, die höheres Wissen euch lassen erleben. Dieses lasst einfach durch euch fließen... – Geistesblitze werden sich über euch ergießen. Auch mit dem Unterbewusstsein ihr kommt hier in Kontakt, sofern das Leben es hält für angebracht. Ich ermögliche euch, neue Wege zu entdecken, dabei den ein oder anderen auch zu verschrecken. Denn von dieser Geistesebene hier ihr könnt sehen, was aus eurem Leben sollte gehen. Durch mich allein ihr könnt euch befreien – von allem, was euch nicht lässt sein!

„Geh mir aus der Sonne!“, spricht da der Wassermann – unbestechlich, wie Diogenes in der Tonne. Der Steinbock es kaum glauben kann... Wie kann er sich so benehmen, dieser Wassermann.!?

„Ich weiß, lieber Wassermann, du magst sie nicht, die Hierarchien – vor scheinbar Höherem nieder zu knien. Dies brauchst du bei mir nicht. Ich sehe dein Gesicht. Gleich sind wir alle und doch einzigartig – wenn dies nur ein jeder verstünd´, es wäre großartig. Doch eines ich noch sagen muss, und bitte verfallt deswegen nicht in Verdruss: Sobald ihr wieder kehrt zurück auf die Erde, es wird nicht einfach sein, das Leben in der Herde. Ihr nämlich seid nun der Zeit voraus, wollt künftig machen dem Üblichen den Garaus. Werdet sicherlich verkannt. Wahrscheinlich auch verbannt. Denn ungern wird ́ s gesehen, dass einer es wagt, über Grenzen zu gehen. Einfach aussteigt aus verkrusteten Systemen und frei ist von erwartetem Benehmen. Auf dem Weg des Wissens müsst ihr euch unerreichbar machen. Und niemals vergesst dabei euer Lachen! Doch seid auch schlau, spielt die Spiele der Herde gelegentlich mit... – um sie zu verstehen, auch um gemeinsame Wege zu gehen. Das Geheimnis ist, sich nicht mit diesen zu identifizieren, sich innerlich vielmehr zu distanzieren. Seid in der Welt nicht von der Welt – dies ist das einzige, was zählt. Unverhaftet sein, den Überblick behalten – um sein Leben selbstbestimmt und eigenmächtig zu gestalten. Kurzum: Seid euer eigener Guru, folgt keinem nach! – ... schon Krishnamurti wie ich sprach.“

Der Wassermann, inzwischen in Ruh, stimmt nickend dem Himmelsgott zu. Und Steinbock und Spätzchen gerade beginnen ein Schwätzchen... – doch:

„Genug der Worte, lasst hinab zum Meere uns fliegen, denn so einiges bei mir ist liegen geblieben... Die Fische-Zeit bald wird sein angebrochen und dann auch will werden besprochen. Da ich auch viele Jahre in der Fische-Energie verweilte, möcht ich über sie schreiben – drum lasst uns Neptun und seine Fischchen auftreiben... Bevor es aber geht hinab zum Meere, eine letzte Frage, vielleicht auch eine Lehre: Schaut noch einmal hinab, versucht diesmal euch in dem Getümmel zu sehen... – na, was wird geschehen?

Wer seid ihr?     Wie lebt ihr?     Wen liebt ihr?

Gefällt euch, was ihr da seht? Gibt es gar Dinge, die ihr nicht versteht? Ich wünsch euch, ihr seid frei und wagt euer Leben zu leben! Alles Gute wird dann von selbst sich ergeben... So nehmt ein immer wieder die Vogelperspektive – sie allein schenkt euch die Alternative. Und wenn ihr hoch genug fliegt, eine außergewöhnliche Perspektive!

Nun aber zack zack, auf geht ́s, ich meine hinab... Wenn zu lange nämlich wir bleiben hier oben, wir können auch werden verschroben...“, spricht der Himmelsgott und düst dann mit den Dreien gen Erde, genauer gesagt zum Meere... Wo Neptun und seine Fischchen schon auf sie warten... – um sie zu entführen in ihren göttlichen Garten.

                                                                                                                                                                 © Katharina Aurora Friedrichs



* Der Text von mir stammt aus dem Jahre 2011. Eine Zeit, in der ich von Uranus, dem Herrscherplaneten des Wassermanns, zunehmend gerüttelt und geschüttelt wurde. Mit der Einladung, frei zu werden. Gleichzeitig zwang mich Pluto in die Knie, der Herrscherplanet des Skorpions. Er führte mich in die Tiefen meines Seins, um meine Schätze zu heben. Und Neptun und Chiron sensibilisierten und heilten meine Venus. Im Zusammenspiel war das ein intensiver Transformationsprozess von 2011 bis 2016, den ich in dem Ausmaß und Schmerz nie wieder erleben möchte. Und der doch so wichtig war für mich. Denn er hat mein Herz geöffnet. Und meine wahre Kraft erweckt.

Viele durchleben solche Prozesse in dieser Zeit. Schmerzliche Prozesse, in denen das Ego zur Asche verbrannt wird. Uralte Zellerinnerungen werden darin aufgelöst. Die Vergangenheit wird geheilt. Was enorm Bewusstsein weitend ist, wenn wir uns darauf einlassen. Seelisch ist es unsere Wahl. Wir leben in einer Zeit, in der der patriarchale Geist befreit werden will. In uns selbst. Und im Kollektiv. In einer Zeit, in der alles heilen und wieder ganz werden kann. Dazu gehört auch das Erkennen und Leben der Ganzheit in sich selbst. Es geht zurück zum Ausgangspunkt... Für jeden von uns. Jeder in seiner Zeit.

Lange Zeit meines Lebens dachte ich, ich wäre frei. Doch das war ich nicht – die besagten 5 Jahre haben mich eines besseren belehrt, mir zusätzlich so manche Illusion hinsichtlich der Freiheit unseres Landes, unserer Regierung, unserer Medien und vieler Machtinhaber genommen. Vor allem aber so manche Illusion über mich selbst. Es war zugleich ein großer Desillusionierungsprozess… – auch ich träume gern. Heute fühle ich mich frei. Ich bin nicht mehr abhängig von Gefallen und Gunst Anderer – was ich lange war. Ich mach mein Ding und freue mich über Gleichgesinnte. Ich wähle frei – auf vielen Ebenen. Und habe Vertrauen in mich selbst, in mein inneres Wissen. Das sich mir erst mit der Öffnung meines Herzens offenbart hat. Wissen und Weisheit entspringen unserem Herzen, der Liebe. Nicht unseren Gedanken.

Der Wassermann hat viel mit dem Wassermannzeitalter zu tun. Wann dies genau anfängt... – darüber streiten sich die Geister. Wie sie das überall und gerne tun – es ist die Natur des Verstandes, unseres noch vorherrschenden Dualitäts-Bewusstseins. Werfen wir nur einen Blick auf die Politik in unserem Lande. Mir ist es egal, ob das Wassermannzeitalter offiziell begonnen hat, was es dazu noch braucht oder auch nicht. Für mein Empfinden gibt es kaum etwas Wichtigeres als die innere und äußere Freiheit des Menschen. Schon immer. Ebenso die Freiheit einer Regierung, eines Landes, einer Führungskraft, der Medien…. Insbesondere die (innere) Freiheit und Integrität von Machtinhabern. Wichtiger als die Freiheit sind wohl nur die Kinder unserer Gesellschaft. Und die Liebe – wobei die wahre Liebe die Freiheit beinhaltet. Und die Kinder in ihrem ursprünglichen Sein reine Liebe sind.

Die Wassermann-Energie ist in den ersten 6 Wochen des Jahres aufgrund der Eklipsenzeit vom 2.1. bis zum 15.2. als kollektiver Entwicklungsweg betont: Die totale Mondfinsternis am 31.1. fällt auf 11° Löwe/ Wassermann und die partielle Sonnenfinsternis am 15.2. auf 27° Wassermann. Beide in Konjunktion zur Venus – was sehr schön zeigt, dass Liebe und Freiheit nicht ohne einander können (die Rückseite von Venus ist Uranus). Löwe-Wassermann ist die Kreativitätsachse. In der Synthese eine wundervolle Energie – steht sie doch u. a. für Lebendigkeit, Lebensfreude, Authentizität, Herz-Öffnung und für (geistige) Freiheit. Mit der natürlichen Folge von gelebter Kreativität. Mehr dazu in der nächsten Sternenschau.







Kommentare

  1. ....Ich sah die Ewigkeit jüngst in der Nacht.Gleich einem Ring, aus reinem endlosen Licht gemacht.Ganz still. Ganz hell. Darunter, rund herum, bewegte sich die Zeit. In Stunden, Tagen, Jahren. Getrieben von den Himmelssphären. Als riesiger Schatten, dort hinein. Geworfen- war die Welt und all ihr Sein. Henry Vaugham (1621-1695)
    Das sind die ersten Verse des Gedichts "The World".......sie sind mir gestern bei "Lyrik unterwegs" in einer Stuttgarter U Bahn begegnet und heute morgen lese ich "wie frei kann ich sein".......alles kein Zufall! danke von Herzen liebe Katharina!

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  2. Das sind sehr schöne Zeilen, liebe Petra - danke dafür!
    Sonne zu Dir nach Stuttgart...

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